Kosten einer Psychotherapie

Sowohl die gesetzlichen, als auch die privaten Krankenversicherungen und die Beihilfe übernehmen bei erfüllten Voraussetzungen die Kosten für eine Psychotherapie in einem der vier Richtlinienverfahren (Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, analytische Psychotherapie, Verhaltenstherapie, systemische Psychotherapie). Da ich eine Privatpraxis betreibe, ist die Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen nur unter Umständen möglich. Ich verfüge noch nicht über eine sogenannte Kassenzulassung, die notwendig ist, um unkompliziert mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen zu können. Nähere Informationen dazu finden sich weiter unten. Eine Überweisung ist für Psychotherapie nicht notwendig.


Privat Versicherte und Selbstzahler*innen

Ich bin approbierter psychologischer Psychotherapeut und verfüge damit über Abrechnungserlaubnis mit den privaten Krankenversicherungen und der Beihilfe. Je nach Ihrem Vertrag gelten dabei verschiedene Bedingungen. Bitte informieren Sie sich im Vorfeld bei Ihrer Versicherung nach den Konditionen und lassen Sie sich die Antragsunterlagen zuschicken.

 

Auch falls Sie Bundespolizist*in oder Soldat*in sind, werden die Kosten für eine Psychotherapie in meiner Praxis übernommen. Soldat*innen müssen sich dabei vor Aufnahme einer Psychotherapie an den jeweiligen Truppenarzt wenden.

 

Selbstverständlich können Sie die Psychotherapie/Beratung bei mir auch selbst bezahlen, wenn dies notwendig oder von Ihnen gewünscht ist. Dies kann z.B. für Personen, die eine Verbeamtung anstreben oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchten, sinnvoll sein, da eine kassenfinanzierte Psychotherapie sich hierbei negativ auswirken kann. Der Stundensatz richtet sich dann nach der Gebührendordnung für Ärzte und beträgt ca. 90 Euro pro Sitzung. Einkommensabhängig kann dies reduziert werden.


Gesetzlich Versicherte

Die Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) ist mir momentan nur unter bestimmten Bedingungen über das sogenannte Kostenerstattungsverfahren möglich. Bitte lesen Sie sich zuerst die folgenden Informationen gründlich durch, bevor Sie mich kontaktieren. Vielen Dank!

 

In jedem Bezirk bzw. Landkreis erhält nur eine geringe Anzahl von approbierten Psychotherapeut*innen eine sogenannte Kassenzulassung und kann hierüber unkompliziert gesetzlich Versicherte behandeln. Bislang habe ich noch keine Kassenzulassung. Das Kostenerstattungsverfahren ist eine Möglichkeit, als gesetzlich Versicherte*r eine Psychotherapie in einer Privatpraxis wie meiner erstattet zu bekommen, wenn in den Praxen mit Kassenzulassung kein freier Platz gefunden wurde. Hintergrund ist, dass die Kassen dafür verantwortlich sind, ihren Versicherten die nötigen Leistungen zur Verfügung zu stellen und eine Wartezeit von länger als drei Monaten für eine Psychotherapie laut Gerichtsurteil nicht zumutbar ist.

 

Das Kostenerstattungsverfahren wir durch die Krankenkassen aktuell jedoch immer weiter erschwert, so dass ein Antrag auf Kostenerstattung in meiner Privatpraxis nur noch unter ganz bestimmten Umständen aussichtsreich ist:

 

In jedem Fall müssen Sie als gesetzlich Versicherte*r vor Beginn einer Psychotherapie (egal ob über Kostenerstattung oder regular in einer Praxis mit Kassenzulassung) neuerdings folgende Schritte durchlaufen:

 

-einmalige Wahrnehmung der sogenannten psychotherapeutische Sprechstunde in einer Praxis mit Kassenzulassung: Dies ist ein Erstgespräch in einer beliebigen Praxis, in der Sie Empfehlungen für das weitere Vorgehen erhalten. Sie bekommen dort ein Formular (PTV 11) mit, auf dem die empfohlenen weiteren Schritte angekreuzt sind. Der Besuch einer psychotherapeutischen Sprechstunde ist vor Aufnahme einer Psychotherapie verpflichtend.

Den Termin für die Sprechstunde können Sie entweder selbst vereinbaren (unter folgendem Link finden Sie alle Kassenpraxen in Berlin: https://www.kvberlin.de/60arztsuche/schnellsuchep.html.) oder über die Hotline der Termin-Service-Stelle erbitten (Telefonnummer: 116117)

 

-Wenn auf dem Formular (PTV 11), das Sie in der Sprechstunde erhalten haben, ,,akut'' oder ,,zeitnah erforderlich'' angekreuzt ist und zusätzlich auf das Formular ein Aufkleber mit Strichcode (,,Dringlichkeitsaufkleber'') aufgeklebt wurde, haben Sie den Anspruch, dass Ihnen die Termin-Service-Stelle bei erneutem Anruf einen Therapieplatz vermittelt. Wenn dies nicht gegeben ist, müssen Sie selbst die Suche in die Hand nehmen.

 

-Mittlerweile ist es so, dass die Krankenkassen alle Anträge auf Kostenerstattung ablehnen, die kein Formular PTV 11 beinhalten, das den ''Dringlichkeitsaufkleber'' enthält, mit dem Argument, dann könne es ja auch nicht so dringend sein und der*die Versicherte solle einfach weitersuchen.

 

-Die Krankenkassen lehnen aber auch die Antrage auf Kostenerstattung ab, die den ,,Dringlichkeitsaufkleber'' enthalten, mit der Begründung, dass dann ja die Vermittlung über die Termin-Service-Stelle gegeben sei

 

-Die Folge für Privatpraxen wie meine: ein Antrag auf Kostenerstattung ist nur noch sinnvoll, wenn erstens der ,,Dringlichkeitsaufkleber'' auf Ihrem Formular aus der Sprechstunde vorhanden ist und Sie auch bei der Termin-Service-Stelle angerufen und um Vermittlung einer Therapieplatzes geben haben, die Termin-Service-Stelle Ihnen aber (am besten schriftlich) mitgeteilt hat, dass wegen Überlastung kein Platz vermittelt werden kann, obwohl Sie einen Anspruch darauf haben

 

-In diesem Fall sprich man von ,,Systemversagen'' im System der Kassenpraxen, so dass mit guten Chancen eine Therapie in einer Privatpraxis wie meiner beantragt werden kann

 

-Bevor Sie nicht alle diese Schritte mit dem beschriebenen Ergebnis durchlaufen haben, kann ich Ihnen leider keinen Therapieplatz anbieten, da ein Antrag auf Kostenerstattung dann wenig aussichtsreich ist und sich zudem über Monate hinziehen würde. Für weitergehende Nachfragen können Sie natürlich dennoch gerne Kontakt aufnehmen.